Wie entsteht ein Vulkan?
Mantelgesteine werden bei einer Temperatur von ~1200°C zumindest partiell geschmolzen. Im Oberen Mantelbereich herrschen solche Bedingungen.

Wenn das zähflüssige Mantelgestein aufsteigt, sinkt der Druck des obenliegenden Materials, wodurch der Schmelzpunkt des Gesteins sinkt. Das Gestein beginnt zu schmelzen, vergrößert sich und stellt die partiell geschmolzene Schicht dar. Das Material ist leichter und sickert durch kleine und mittelgroße miteinander verbundene Kanäle in der schwereren Grundmasse. Ein Teil der Schmelze wird seitwärts abfließen und beim Abkühlen absinken, wodurch die Platten auseinander gedrückt werden. Ein weiterer Teil erstarrt an der Basis der Kruste. Der Rest wird zeitweise in großen Hohlräumen an der Grenze zwischen Mantel und Kruste eingefangen und intrudiert (=Entstehung von Magmakammern) dann später in die Kruste oder wird während Vulkanausbrüche an die Oberfläche der Erde gefördert.

Die meisten Magmakammern befinden sich dort, wo die Kruste sehr dünn ist. Mit der Zeit entwickelt sich direkt über einer Kammer auf der Oberfläche ein Vulkansystem mit einem Spaltenschwarm. Die Kruste oberhalb der Kammer ist stark zerklüftet und daher schwach. Im großen und ganzen wandert das Magma in solche Zonen. Wo die Zustände günstig sind, steigt das Magma durch die Kruste als Gänge auf, entweder durch bereits vorhandene Spalten oder durch Aufreißen von neuen. Das Eindringen in Spaltenschwärme oder in Störungen, wie flachliegenden Lagergänge, kann mit der Zeit zur Bildung von Magmakammern in der Kruste führen.

Die Gase vor allem Wasserdampf aber auch Kohlenstoffdioxid, Wasserstoff, Stickstoff und viele andere, werden jedoch durch den abnehmenden Überlastungsdruck vermehrt freigesetzt. Diese Gase können einen ungeheueren Druck in der Magmakammer aufbauen. Wenn dieser den Gegendruck der überlagernden Gesteine übertrifft, wird die Decke weggesprengt und die Schmelze "schießt" explosionsartig nach oben. Dieser Vorgang ist mit dem Öffnen einer Sektflasche zu vergleichen, bei dem die gelöste Kohlensäure durch den plötzlichen Druckabfall nach oben strömt.

Die Eruption kündigt sich oftmals durch unterirdische Beben an. Der Boden beginnt zu beben und sich aufzuwölben, glühende Gasmassen werden ausgestoßen, Wasserdampfwolken erscheinen und unter ungeheurem Druck wird aus einer trichterförmigen Öffnung, dem Krater, das Auswurfmaterial an die Oberfläche transportiert.

Je nach Viskosität des durchbrechenden Magmas können diese Auswurfstoffe Gesteinstrümmer, Aschen oder Schlacken und Lavafetzen sein, denen ein Lavastrom folgen kann.


 Ausgangssituation bei der Entstehung eines Vulkans.


 Zähflüssiges Mantelgestein steigt auf.


 Magma steigt in Spaltengänge nach oben und  gelangt so an die Erdoberfläche.

 

Flashanimation über die Entstehung eines Vulkans (240 Kb):