Sicherer Schulweg – Kinder richtig vorbereiten

Jedes Jahr nach den Sommerferien strömen zahlreiche Taferlklassler neugierig und lernbereit in die Volksschulen. Viele davon gehen zumindest einen Teil des Schulwegs zu Fuß und müssen sich so gezwungenermaßen im Straßenverkehr zurechtfinden. So manchem Elternteil bereitet das gehörige Kopfschmerzen, schließlich lauern unterwegs zahlreiche Gefahren, die der Nachwuchs nicht immer richtig einschätzen kann. Umso wichtiger ist es, dass Sie Ihre Kinder auf den Schulweg vorbereiten. Dabei kommt es auf eine gute Planung der Route sowie Übung, Übung und nochmals Übung an. Denn je besser das Kind den Weg kennt und je öfter es im Straßenverkehr unterwegs ist, desto sicherer findet es sich auf unseren Straßen zurecht.

Kinder sind besonders gefährdet

In Österreich herrscht grundsätzlich der Vertrauensgrundsatz. Das bedeutet, dass Sie als Verkehrsteilnehmer annehmen dürfen, dass sich andere Verkehrsteilnehmer nach bestem Wissen und Gewissen an die geltenden Regeln halten. Kinder sind allerdings aus diesem Vertrauensgrundsatz ausgenommen, denn sie besitzen noch nicht die notwendige Weitsicht, um dieser Verantwortung gerecht zu werden.

  • Unter einem Alter von zehn Jahren können sie Entfernungen und Geschwindigkeiten noch nicht so gut einschätzen.
  • Oftmals fällt es Schulanfängern schwer, rechts und links zu unterscheiden.
  • Die Fähigkeit, zu erkennen, aus welcher Richtung Geräusche kommen, ist noch nicht voll ausgebildet.
  • Laute Geräusche können Panik hervorrufen und dazu führen, dass die Kinder plötzlich flüchten.
  • Kinder haben einen starken Bewegungsdrang, der sich vor allem nach langem Sitzen in der Schule gerne Bahn bricht.

Hinzu kommt, dass Kinder einfach noch kleiner sind und so nicht so schnell wahrgenommen werden. Deswegen müssen andere Verkehrsteilnehmer besondere Vorsicht walten lassen und weitsichtig agieren, wenn sie Kinder in ihrer Umgebung wahrnehmen. Darauf, dass sie das wirklich tun, haben Sie als Eltern natürlich keinen Einfluss. Deswegen sollten Sie Ihr Kind schon vor Schulbeginn für die Gefahren im Straßenverkehr sensibilisieren und ihm die Grundregeln näherbringen.

Gewöhnen Sie Ihre Kinder an den Straßenverkehr

Damit Ihre Kinder sich sicher auf dem Schulweg fühlen und souverän auf Gefahrensituationen reagieren können oder ruhig abwarten, bis sie vorübergehen, sollten Sie möglichst früh mit Ihnen üben. Gehen Sie mit Ihrem Kind spazieren und führen Sie es so langsam an das richtige Verhalten im Straßenverkehr heran. Seien Sie dabei selbst ein gutes Vorbild und halten Sie sich akribisch an alle Regeln. Kinder lernen nämlich vor allem dadurch, dass sie die Erwachsenen in ihrer Umgebung zum Vorbild nehmen und nachahmen.

Den Schulweg richtig planen

Planen Sie den Schulweg vorab und achten Sie dabei auf sichere Übergänge. Nicht immer ist die kürzeste Route die beste. Manchmal kann es besser sein, einen Umweg zu gehen, wenn das Kind dafür über eine Ampel gehen kann, anstatt die Straße einfach so überqueren zu müssen. Nachdem Sie die richtige Route gefunden haben, sollten Sie diese mehrfach mit dem Kind abgehen. So kann es sich den Weg einprägen und Sie können ihm beibringen, wo es stehen bleiben und warten muss und worauf es sonst noch achten sollte.

Kinder aufklären und vorbereiten

Bringen Sie Ihrem Kind die wichtigsten Verkehrsregeln bei:

  • Am Bordstein muss immer angehalten werden, bevor man auf die Straße geht.
  • Vor dem Überqueren einer Straße wird nach links, nach rechts und wieder nach links geschaut.
  • Auch an Zebrastreifen oder Ampeln sollten Kinder vor dem Überqueren erst den Blickkontakt mit dem Fahrer suchen und sichergehen, dass sie von ihm gesehen werden.
  • Es wird erst losgegangen, wenn das Auto wirklich stehen geblieben ist.
  • Die Straße wird in normalem Schritttempo und auf keinen Fall rennend überquert.
  • Im Straßenverkehr bleiben elektronische Geräte wie Smartphone oder Tablet im Schulranzen. Sie lenken nur ab!

Wenn Ihr Kind gegen die Regeln verstößt, dürfen Sie es natürlich darauf hinweisen und entsprechend korrigieren. Konzentrieren Sie sich aber auch auf positives Feedback und verstärken Sie das richtige Handeln so gezielt.

Für noch mehr Sicherheit sorgen

Nach der Einschulung werden die Tage schnell kürzer, sodass es morgens oft noch dunkel ist, wenn die Kinder zur Schule gehen. Dementsprechend werden sie natürlich schlechter von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen. Sorgen Sie deswegen dafür, dass Ihr Kind immer gut erkennbar ist. Helle Kleidung fällt in der Dunkelheit und an grauen, bewölkten Tagen einfach besser auf. Reflektoren an der Jacke sind ebenfalls eine gute Idee. Günstige LED-Blinklichter lassen sich hingegen problemlos am Schulranzen befestigen.

Mit dem Bus zur Schule

Manchmal ist der Schulweg zu lang für kurze Kinderbeine. Verzichten Sie trotzdem auf das Elterntaxi, denn sonst lernt ihr Kind erst viel zu spät, sich selbstständig im Straßenverkehr fortzubewegen. Der Schulbus ist eine gute Alternative. Üben Sie in diesem Fall den Weg bis zur Bushaltestelle und von der Ankunftsbushaltestelle bis zur Schule. Natürlich können Sie auch ein paarmal probeweise mit dem Bus fahren, sodass Ihr Kind versteht, wie dabei alles abläuft. Klären Sie es außerdem darüber auf, wie es sich an der Haltestelle und beim Einsteigen verhalten soll. Toben, Raufen und Herumrennen sind zum Beispiel absolut tabu. Beim Einsteigen sollte nicht gedrängelt werden und wenn möglich sollten sich Kinder immer hinsetzen oder an den Haltestangen festhalten.

Quellen:

 

Einen Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*